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Frames und Prototypikalität im Deutschen

geschrieben von Lena König

Zunächst kann sich der sprachwissenschaftliche Laie unter den Fachbegriffen Frames und Prototypikalität wohl zunächst wenig vorstellen. Dr. Sabine Ziegler erläuterte am 15.11.2011 die assoziierten Begrifflichkeiten anhand mehrerer interessanter Beispiele so verständlich, so dass diese auch für die fachfremden Zuhörer gut verständlich wurden. Die LinguA-Gastreferentin forscht an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena im Projekt  „Deutsche Wortfeldetymologie im europäischen Kontext“ (DWEE) der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Der Vortrag war in zwei Themenkomplexe aufgeteilt: Im ersten Teil präsentierte die Referentin das Projekt DWEE. Im Rahmen dieses Projekts werden Wortfelder aus verschiedenen Bereichen in einer Datenbank erfasst und mit den dazu gehörigen Synonymen verknüpft. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass dabei für die diachrone – also sprachhistorische – Erforschung des Deutschen auch semantische Aspekte berücksichtigt werden. Hierbei besteht die Schwierigkeit, dass der Umfang der linguistischen Beschreibungsebene für frühere Sprachstufen nicht derselbe ist wie für die Beschreibung des Gegenwartsdeutschen. Die umfangreiche und ausführliche Datenbank, die uns an diesem Abend vorgestellt wurde, wird in absehbarer Zeit auch ins Internet gestellt. Auf diese Weise wird es jedem, der Interesse an der Linguistik hat, möglich sein, darauf zuzugreifen und sich zu informieren.

Im zweiten Teil wurde das eigentliche Thema „Frames und Prototypikalität im Deutschen“  dargestellt. Eine kurze Definition der beiden Begriffe bot allen Zuhörern einen Einblick in das Thema. Anhand von geistreichen und amüsanten Beispielen, wie zum Beispiel des Körperteiles „Fuß“: Jeder Mensch hat eine bestimmte Vorstellung vom Fuß und verbindet damit verschiedene Merkmale. Dadurch weiß jeder Zuhörer Bescheid, wenn wir in einer bestimmten Situation vom Fuß sprechen. Wenn man beispielsweise sagt: „Mir tun die Füße weh“, weiß der Hörer exakt, was gemeint ist. Der Frame des Wortes „Fuß“ muss nicht ständig neu umrissen werden. Für Frames haben die Faktoren der Prototypikalität einen hohen Stellenwert. Die Prototypikalität umfasst Konzeptanteile, die für einen bestimmten Begriff von Bedeutung sind. So verbindet jede Person mit dem Begriff „Fuß“ bestimmte prototypische Eigenschaften wie „hat Zehen“ oder auch „hat strengen Geruch“. Des Weiteren werden aber auch funktionale Kriterien, wie „gehen“ und „ springen“ mit dem Fuß in Verbindung gebracht.

Nach dem Vortrag konnten die Zuhörer Frau Dr. Ziegler noch Fragen stellen, die in einer kleinen Diskussion endeten.

Insgesamt war es ein interessanter Abend und wir können uns schon jetzt auf den nächsten Vortrag am 6. Dezember von Frau Prof. Dr. Eva Neuland freuen. Diesmal wird das Thema „Soziolinguistische Studien zum Umgang mit sprachlicher Höflichkeit bei Jugendlichen “ Gegenstand des Vortrages sein.