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Vortrag am 10. November 2009

Saskia Kersten:
Das Mentale Lexikon und Wortschatzerwerb in der Fremdsprache

Das mentale Lexikon wird oft als Reservoir bezeichnet, in dem das Wissen über alle dem Individuum bekannten Worte der Muttersprache (L1) gespeichert ist. Es gibt verschiedene Modelle des mentalen Lexikons, die versuchen, dieses Wissen in unterschiedlicher Weise abzubilden. Die Modelle variieren insbesondere in Hinblick auf die Art des gespeicherten Wissens und die Verknüpfung der kognitiven Informationen untereinander.

Darüber hinaus wird diskutiert, ob das mentale Lexikon für eine Fremdsprache (L2) ein eigenständiges System ist oder ob es ganz oder teilweise in das Lexikon der L1 integriert ist. Da der individuelle Wortschatz nie statisch ist, sondern von einer Reihe von Faktoren beeinflusst wird (z.B. L2-Erwerbskontext und Kompetenzniveau), schließt sich die Frage an, welche Auswirkungen sich aus den jeweiligen Prämissen für den Fremdsprachenunterricht ergeben. Obwohl einige Aspekte hiervon seit langem Gegenstand der Fremdsprachenerwerbsforschung sind, stehen hier zumeist erwachsene Lerner im Mittelpunkt und junge Lerner bleiben somit weitgehend unberücksichtigt.

In diesem Vortrag nun werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten ausgesuchter Modelle sowie deren Implikationen speziell für den Frühen Fremdsprachenunterricht aufgezeigt, auf dessen Grundlage eine Interventionsstudie an Grundschulen (in Klasse 3 und 4) durchgeführt wurde. In dieser Studie wurden die Versuchsgruppen in einer Weise unterrichtet, die auf Erkenntnissen der kognitiven Linguistik basiert und das Wissen über das mentale Lexikon im Anfangsunterricht nutzbar machen will.

Für die Fremdsprachendidaktik sind diese Übungen interessant, weil zu erwarten ist, dass Vokabeln besser behalten werden, wenn bei dem Erwerb Aufbau und Funktionsweise des mentalen Lexikons berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der explorativen Studie weisen darauf hin, dass dies in der Tat der Fall ist. Darüber hinaus scheint sich der Unterricht, der speziell für diese Studie entwickelt wurde, positiv auf die Selbsteinschätzung und die Motivation der Lerner auszuwirken.

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