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Die Arbeit der GfdS

geschrieben von Sebastian Sprengel

Die letzte Veranstaltung der LinguA³-Vortragsreihe in dem Wintersemester 2013/14 trug den Titel „Gesellschaft für deutsche Sprache: Erfahrungen und Kuriositäten aus der Sprachberatung.“ Der Referent des Vortrages war Dr. Lutz Kuntzsch, der selbst seit dem Jahr 2000 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der GfdS tätig ist und die „Gesellschaft für deutsche Sprache“, die langjähriger Kooperationspartner der LinguA³-Vortragsreihe ist, an diesem Abend vorgestellt hat.


Bereits weit vor Vortragsbeginn war der Raum gut gefüllt und die Gäste erfreuen sich an den Keksen und Getränken, die bei einem LinguA³-Vortrag immer in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Auch Dr. Lutz Kuntzsch war eher anwesend und ließ es sich nicht nehmen, die anwesenden GfdS-Mitglieder im Publikum persönlich zu begrüßen.
Nach einer kurzen Anmoderation des Referenten durch einen Studierenden des LinguA³- Seminars, begann Dr. Lutz Kuntzsch mit seinem Vortrag über die „Gesellschaft für deutsche Sprache“.


Ziel und Zweck der GfdS, die 1947 in der Nachfolge des (Allgemeinen) Deutschen Sprachvereins gegründet worden ist, ist sowohl die Pflege und Erforschung der deutschen Sprache als auch die Sprachbeobachtung und Sprachberatung. Dabei erfuhr das Publikum nicht nur, dass die GfdS 104 Zweige in 39 Ländern der Welt hat, sondern auch, dass die erste Anfrage zur Sprachberatung, die die GfdS bekommen hat, aus Hannover kam. Diese Anekdote sorgte für breites Schmunzeln in den Gesichtern der anwesenden HannoveranerInnen und überhaupt war der Vortrag von Dr. Lutz Kuntzsch ebenso informativ wie auch unterhaltsam, so dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam.

Im weiteren Verlauf des Abends erfuhren die ZuschauerInnen mehr über die Ziele und Aufgaben der GfdS und welche Mittel sie nutzt, um diese zu erreichen. So stellt sie Sprachhilfen und -auskünften  bereit, organisiert und hält Vorträge, Lehrgänge, bietet eine Sprachberatung an und  gibt Bücher und die Zeitschriften „Der Sprachdienst“ und „Muttersprache“ heraus, von denen Dr. Kuntzsch eine Vielzahl von Exemplaren für das Publikum mitgebracht hatte. Auch kürt sie einmal im Jahr das „Wort des Jahres (2013: GroKo).Darüber hinaus arbeitet sie mit Vereinen, Anstalten, Behörden und weiteren Institutionen zusammen und berät so z.B. auch den Bundestag und den Bundesrat bei Fragen zu deutschen Sprache und prüft Gesetzesentwürfe und Verordnungen auf ihre sprachliche Richtig- und Verständlichkeit.
Die Sprachberatung können jedoch auch Privatpersonen, Firmen, Behörden und andere Institutionen in Anspruch nehmen. Im Jahr erreichen die GfdS bis zu 5000 Anfragen zur deutschen Sprache. Diese thematisieren sowohl die Bereiche Rechtschreibung, Grammatik, Etymologie als auch Ausdruck, Stil.
Auch das Schreiben von Gutachten fällt in den Aufgabenbereich der Sprachberatung. Dies geschieht häufig dann, wenn den Behörden nicht klar ist, ob der Vorname eines neugeborenen Kindes so akzeptiert werden kann, wie es die betreffenden Eltern gerne hätten.


Jedoch scheint die Arbeit als SprachberaterIn keineswegs so ruhig zu sein, wie man eventuell vor dem Vortrag gedacht haben mag:
Immer wieder betont Dr. Kuntzsch, dass man hohe soziale Kompetenzen im Umgang mit den Ratsuchenden beweisen muss und dass man auch ab und an beleidigt wird. Auch zu Bestechungsversuchen ist es schon gekommen, wenn der/die SprachberaterIn eine Wette unter Arbeitskollegen/Arbeitskolleginnen entscheiden sollte und die gegebene Antwort den/die AnruferIn nicht gepasst hat. Dr. Lutz Kuntzsch reichert seinen Vortrag an dieser Stelle erneut mit einer Vielzahl von Beispielen und persönlichen Anekdoten an, die den Vortragstitel „Erfahrungen und Kuriositäten aus der Sprachberatung“ lebhaft unterstreichen konnten.