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Ein neuer Ansatz für die Migrationslinguistik?

geschrieben von Nina Brinkmann

Im Rahmen der LinguA3 Vortragsreihe stellte am 10.12.2013 Prof. Dr. Elton Prifti von der Universität Mannheim seinen neuen Beschreibungsansatz für Migrationslinguistik unter dem Titel „Pluridimensionale Migrationslinguistik: Theorie, Methode, Anwendung" vor. Auf den Änderungen und Anpassungen des Sprachverhalten von Migranten – ob sich die Muttersprache an die Sprache des Migrationslandes anpasst, sich eingliedert, sich klar abgrenzt oder zwischen den beiden Sprachen gependelt wird – liegt der Fokus dieses Forschungsgebietes.

Zügig beginnt Prof. Dr. Prifti mit seiner Präsentation. Sein neuer interdisziplinärer Ansatz greife dort, wo die Sprachwissenschaften bis dato noch zu wenig erforscht hätten, nur sporadisch seien Teilaspekte der Migrationslinguistik behandelt worden, und das obwohl die Geschichte der Menschheit doch eine Geschichte der Migration ist und somit schon immer Sprachen beeinflusst.
Die pluridimensionale Migrationslinguistik beansprucht für sich, eine umfassende, systematische und ausgewogene Beschreibung von Sprachwandel und Phänomenen zu sein, die durch Migration entstehen. Nach der theoretischen Einführung kommt Prof. Dr. Prifti zu seiner Vorgehensweise und erklärt auch hier auf den Punkt und gut verständlich die verwendeten Methoden. Immer wieder fallen die Begriffe Wissen, Tätigkeit, Produkt und Identität - dies sind die Bereiche der Sprache, die Prof. Dr. Prifti analysiert, wenn er die Sprach- und Kontaktvarietäten von Migranten untersucht.
Nach der Schaffung der nötigen theoretischen und methodischen Grundlagen stellt Prof. Dr. Prifti einige konkrete Ergebnisse aus seiner Forschung an einer Vielzahl von migrationsbedingten Sprachkontakten wie Italoromanisch-American English (USA), Portugiesisch-Rätoromanisch-Italienisch-Deutsch (Graubünden, Schweiz), Aromunisch-Albanisch (Südostalbanien), Italoromanisch-Italoalbanisch (Süditalien), Spanisch-Deutsch (Mannheim, Deutschland) oder Italienisch-Deutsch (Potsdam und Mannheim, Deutschland) vor.

Besonders die Anekdoten zur Sprachentwicklung seiner eigenen Kinder, in dem Fall der zweiten Generation der Migranten, liefern anschauliche Beispiele und gestalten den Vortrag sehr publikumsnah.